• Sanierung & Insolvenz

  • Energiewirtschaft

  • 2022

Gazprom Germania: BBL berät weiterhin in enger Zusammenarbeit mit der Bundesnetzagentur

Im Fokus des Mandats stand zunächst vor allem die Aufrechterhaltung der Gasversorgung und Gasversorgungs-Infrastruktur bei einer möglichen Insolvenz. Nach der Anordnung einer Stimmrechtstreuhandschaft durch den Bund und Umbenennung in „SEFE Securing Energy for Europe GmbH“ war BBL in enger Zusammenarbeit mit der Bundesnetzagentur weiterhin für das Unternehmen tätig und prüfte Teilbereiche im Zusammenhang mit der Fortführung und Finanzierung der Gruppe.

Die SEFE gehört zu den größten Gashändlern Europas und liefert rund 30 Prozent des in Deutschland verbrauchten Gases. Darüber hinaus betreibt das Unternehmen mit seinen Tochtergesellschaften einen wesentlichen Teil der Gasversorgungs-Infrastruktur in Deutschland und Österreich, darunter Gasspeicher und Verteilernetze. Infolge der russischen Kriegshandlungen und der damit einhergehenden Sanktionen drohten Einschränkungen bei der Fortführung des Geschäftsbetriebs und damit der Gasversorgung.

BBL stellte einerseits die Prüfung und Einhaltung der insolvenzrechtlichen Vorgaben sicher und erarbeitete Konzepte für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes und damit auch der Gasversorgung. Im April 2022 hatte das Bundeswirtschaftsministerium das Unternehmen über die Anordnung einer Stimmrechtstreuhand für die Geschäftsanteile unter seine Kontrolle gebracht und so den Zugriff auf dessen kritische Gas-Infrastruktur gesichert. Das Unternehmen sah sich auch weiterhin aufgrund der steigenden Preise am Gasmarkt und der Zurückhaltung, mit einem Unternehmen der Russischen Föderation zusammenzuarbeiten, vielen Herausforderungen ausgesetzt. Mit einem KfW-Kredit des Bundes konnte das Unternehmen schließlich stabilisiert werden.