Die Solarservice Norddeutschland Vertriebs GmbH & Co. KG aus Burgdorf bei Hannover hatte im Juni 2025 beim zuständigen Amtsgericht Gifhorn einen Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung gestellt. Grund dafür war der Einbruch des Photovoltaik-Marktes, wodurch die Umsätze zurückgingen und die bis dahin üblichen Margen nicht mehr erzielt werden konnten. Darüber hinaus kam es bei der Fertigstellung des Neubaus für den Geschäftssitz des Unternehmens zu Verzögerungen sowie zu Kostenüberschreitungen. Das Unternehmen geriet dadurch in Liquiditätsschwierigkeiten.
Unterstützt wurde die Geschäftsführung im Eigenverwaltungsverfahren von den Rechtsanwälten Dr. Christoph Weber, Dr. Oliver Damerius und Christoph Granse von BBL sowie von der Unternehmensberatung Dresen Mall (Gunnar Dresen, Dr. Philip Lattreuter). Zum Sachwalter hatte das Amtsgericht Gifhorn Rechtsanwalt Dr. Malte Köster bestellt. Der Betrieb wurde uneingeschränkt fortgeführt, parallel wurde die Sanierung geplant und auch die Möglichkeit des Verkaufs im Rahmen einer übertragenden Sanierung eruiert.
Nachdem die Gläubigerversammlung Ende Dezember 2025 dem von BBL ausgearbeiteten Insolvenzplan zugestimmt hatte, bestätigte das Amtsgericht Gifhorn diesen und hob das Insolvenzverfahren zum 19. Februar 2026 auf. Die Solarservice Norddeutschland wird von dem bisherigen Gesellschafter, Thomas Rey, im Alleingang fortgeführt und auf Grundlage des Insolvenzplans saniert. Dafür hat die Sparkasse Osnabrück einen Sanierungskredit gewährt, mit dessen Hilfe die Betriebsfortführung auch in den Monaten mit saisonal bedingt schwacher Auftragslage sichergestellt werden kann.
Die 2013 gegründete Solarservice Norddeutschland Vertriebs GmbH & Co. KG bietet für Privat- und Gewerbekunden die Konzeptionierung, Installation und Wartung von Photovoltaik-Anlagen an. Seit 2025 erstreckt sich das Leistungsspektrum auch auf Wärmepumpen. Das Unternehmen beschäftigt rund 50 Mitarbeitende.