Mit Beschluss vom 31. Januar 2025 hatte das Amtsgericht Schwerin über das Vermögen der Ing. Siegmund Henning Anlagentechnik GmbH, kurz SHA GmbH, in Warlow die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Zudem hatte das Amtsgericht Schwerin einen vorläufigen Gläubigerausschuss eingesetzt, der das Insolvenzeröffnungsverfahren überwachte. Der 1996 gegründete Spezialist für Fördertechnik beschäftigte rund 70 Mitarbeitende an zwei Produktionsstandorten in Ludwigslust und Picher. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Vanja Alexander Kovacev von BBL Brockdorff eingesetzt, der den Betrieb gemeinsam mit seinem Team, bestehend aus den Rechtsanwälten Nicole Laakmann und Lorenz Schuwerack, fortführte. Am 1. Juni 2025 wurde das Verfahren offiziell eröffnet.
In einem sofort eingeleiteten M&A-Prozess zur Investorenansprache konnte schnell ein Käufer für einen Teil der insolventen SHA GmbH gefunden werden. Die Unternehmensgruppe Zuther aus Karwitz in Niedersachsen übernahm den Teilgeschäftsbetrieb Auslegung und Fertigung von Förderschnecken der SHA GmbH im Rahmen einer übertragenden Sanierung (Asset Deal). Ein entsprechender Kaufvertrag wurde mit Wirkung zum 1. Juni 2025 unterzeichnet. Die neue Betreiber-Gesellschaft wird rund 50 der zuvor 70 Mitarbeitenden weiterbeschäftigen.
Für den noch verbliebenen Geschäftsbereich, den Silobau in Picher bei Ludwigslust, konnte im Juli 2025 ebenfalls eine erfolgreiche Lösung gefunden werden. Im Rahmen eines weiteren Asset Deals wurde der Silobau mit seinen rund zehn Beschäftigten von der BAUMASCH Stahl- und Metallbau aus Ludwigslust übernommen. Damit wird der gesamte Geschäftsbetrieb der insolventen SHA GmbH vollständig fortgeführt.
Der Prozess der Investorenansprache wurde von einem Team der CENTUROS Consult GmbH Hamburg um Partner Malte Heesch mit Otto Rantzau und Anselm Zambrano durchgeführt. Die rechtliche Beratung der Insolvenzverwaltung bei der Verhandlung und dem Abschluss der Transaktion erfolgte durch MÖHRLE HAPP LUTHER unter Federführung des Hamburger Partners Dr. Thorsten Herms (Insolvenzrecht). Zum Team gehörten hier die Rechtsanwälte Roman Eschke (Arbeitsrecht), Oliver Reimann und Marc-Christopher Hausch (Immobilienrecht) und Steuerberater Lucas Wessels (Steuerrecht).
Das am Markt gut etablierte Unternehmen SHA GmbH mit Sitz in Warlow ist ein Familienbetrieb in zweiter Generation und verfügt über langjährige Erfahrung in der Auslegung und Fertigung von Förderschnecken. Das Lieferspektrum reicht von Rohr- und Trogförderschnecken über Feindosierschnecken bis hin zu Misch- und Filterausräumschnecken. Zu den Zielbranchen zählen unter anderem die Lebensmittelindustrie mit hohen Hygienestandards, die chemische Industrie, Recyclingbetriebe, die Baustoff- und Glasindustrie, die Futtermittelverarbeitung sowie weitere Branchen im Inland, im europäischen Ausland und – gemeinsam mit Partnern – auch Baustellen in Übersee.
Die Firmengruppe Zuther zählt seit über 100 Jahren zu den führenden und etablierten Anbietern im Bereich der Schüttguttechnik. Das Unternehmen liefert sowohl Maschinen zur Aufbereitung und zum Handling verschiedenster Schüttgüter als auch schlüsselfertige Anlagen. Durch den Zusammenschluss wird laut Mitteilung der neuen Geschäftsleitung ein führender Komplettanbieter im Schüttguthandling entstehen.