Im Herbst 2025 hatte das Amtsgericht Mainz die vorläufige Insolvenzverwaltung sowohl für die Karrié Bauwerkserhaltung GmbH als auch deren Muttergesellschaft, die Karrié Bau GmbH, angeordnet. In beiden Fällen bestellte das Gericht Rechtsanwalt Götz Lautenbach von BBL zum vorläufigen Insolvenzverwalter.
Die Gründe für die Insolvenzanträge waren vielschichtig. Zum einen lagen diese in den hohen Einkaufspreissteigerungen begründet, die nicht vollumfänglich an die Auftraggeber weitergereicht werden konnten. Zum anderen ergaben sich Projektverzögerungen durch Wetter-, Planungs- und Genehmigungshindernisse, hinzu kamen unerwartete Personalabgänge bei einer Geschäftsstelle der Karrié Bauwerkserhaltung GmbH.
Der Geschäftsbetrieb konnte stabilisiert und die bestehenden Aufträge abgearbeitet werden. Neue Aufträge wurden weiterhin angenommen. Geschäftsführung und vorläufiger Insolvenzverwalter hatten mit den wesentlichen Auftraggebern sowie Lieferanten und Nachunternehmern intensive Gespräche hinsichtlich einer dauerhaften Fortführung des operativen Geschäfts beider Gesellschaften geführt.
Zudem wurde ein Investorenprozess initiiert, der von Philippe Piscol, Partner und Leiter Distressed M&A der Dr. Wieselhuber & Partner GmbH, begleitet wurde. Bereits Anfang 2026 konnte mit der ZECH Bau SE und der Wayss & Freytag Bauwerkserhaltung GmbH, beides Tochtergesellschaften der Zech Group SE im Geschäftsbereich Zech Building SE mit Sitz in Bremen, ein Vertrag zur Übernahme der rund 320 Mitarbeitenden sowie des beweglichen Anlagevermögens der insolventen Baugesellschaften Karrié Baugesellschaft und Karrié Bauwerkserhaltung unterzeichnet werden.
Die Karrié Bau GmbH ist ein inhabergeführtes Bauunternehmen mit Sitz in Mainz, die Tochtergesellschaft Karrié Bauwerkserhaltung GmbH unterhält Geschäftsstellen in München, Stuttgart, Recklinghausen, Erfurt und Hamburg. Beide Gesellschaften erzielten im letzten regulären Geschäftsjahr zusammen einen Umsatz in Höhe von ca. 77 Mio. Euro.