Gerichtliche Sanierung der Mecklenburger Backstuben GmbH eröffnet

Waren, 02.03.2026: Am 1. März wurde die gerichtliche Sanierung in Eigenverwaltung der Mecklenburger Backstuben GmbH am Amtsgericht Neubrandenburg eröffnet. Auch im eröffneten Verfahren bleibt die Sanierung somit in den Händen der Geschäftsführung des Familienunternehmens. Das Verfahren wurde erforderlich, da das traditionsreiche Bäckereiunternehmen durch die stark gestiegenen Kosten in allen Bereichen sowie die Kaufzurückhaltung der Kunden in eine wirtschaftlich angespannte Lage geraten war.

„Trotz der besonderen Situation konnten wir unseren Geschäftsbetrieb in den vergangenen Monaten vollständig aufrechterhalten – und das werden wir auch im eröffneten Verfahren tun. In unseren Filialen werden jeden Tag frische Backwaren verkauft und unsere Geschäftskunden können weiterhin wie gewohnt auf uns zählen. Das haben wir vor allem unseren engagierten Mitarbeitern, treuen Kunden und verlässlichen Partnern zu verdanken. Der Rückhalt, den wir bisher erfahren durften, bedeutet uns mehr, als Worte ausdrücken können. Diese Kraft und dieses Vertrauen geben uns die Stärke, in den kommenden Monaten weiter gemeinsam eine tragfähige Lösung für unser Unternehmen zu finden“, sagt Geschäftsführer Günther Neumann. Durch die Sanierung in Eigenverwaltung führt er das operative Geschäft gemeinsam mit seinen Töchtern weiter.

Unterstützt wird das Familienunternehmen bei allen insolvenzrechtlichen Fragen von den Rechtsanwälten Michael Busching und Nils Krause von der Kanzlei Ecovis sowie ihrem Team aus erfahrenen Sanierungsexperten. „Ich freue mich sehr, dass sich der Betrieb bereits im vorläufigen Verfahren stabil entwickelt hat. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten war ausgesprochen konstruktiv, sodass wir die Phase erfolgreich abschließen konnten. Diese positive Entwicklung stimmt mich zuversichtlich, dass das nun eröffnete Verfahren ebenso reibungslos weitergeführt werden kann“, sagt Rechtsanwalt Michael Busching.

Kaufmännisch begleitet wird die Familie im Verfahren durch das Team um Sven Peters von der Beratungsgesellschaft Centuros: „Die leistungswirtschaftliche Neuaufstellung ist bereits weitgehend abgeschlossen. Ich bin froh über die stabile wirtschaftliche Lage, die wir trotz vorläufiger Insolvenz gemeinsam erreicht haben. Damit hat der Familienbetrieb eine verlässliche Grundlage, auf der wir aufbauen und die nächsten Schritte konsequent angehen können“, so Sven Peters.

Positive Aussichten für eine erfolgreiche Sanierung

Bereits im vorläufigen Verfahren wurden zahlreiche Maßnahmen eingeleitet, um die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu verbessern. Dazu zählen unter anderem die Optimierung der Lieferantenbeziehungen und des Wareneinsatzes sowie die Schließung nicht rentabler Filialen. Die ergriffenen Maßnahmen zeigen bereits erste Wirkung.

„Der nächste wichtige Schritt ist nun die Ausarbeitung eines tragfähigen Insolvenzplans. Ziel ist es, dem Unternehmen eine langfristige Perspektive zu geben und die Zukunft des Familienbetriebs nachhaltig zu sichern. Im weiteren Verlauf des Verfahrens werden wir die Gesamtstrategie konsequent weiterentwickeln und anpassen, um eine nachhaltige Rückkehr in die Profitabilität zu erreichen“, sagt Rechtsanwalt Nils Krause.

„Die bisherigen Erfolge und die uns vorliegenden Prognosen stimmen uns zuversichtlich, dass wir unser Unternehmen erfolgreich stabilisieren und zukunftsfähig aufstellen können“, so Geschäftsführer Neumann.

Auch der vom Gericht bestellte Sachwalter, Rechtsanwalt Christian Graf Brockdorff von der Kanzlei BBL Brockdorff, der die Gläubigerinteressen im Verfahren vertritt, blickt optimistisch auf die Sanierung. „In den vergangenen Monaten habe ich eine Geschäftsführung und eine Belegschaft kennengelernt, die auch unter schwierigen Bedingungen zusammenhalten und mit Engagement für ihr Unternehmen einstehen. Zudem war die Zusammenarbeit mit dem Gläubigerausschuss durchweg lösungsorientiert und von gegenseitigem Vertrauen geprägt. Diese Erfahrungen machen mir Mut. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens stellen werden“, erklärt der Sachwalter.

Hohe Kosten und Kaufzurückhaltung machen Sanierung notwendig

Das in Mecklenburg-Vorpommern fest verankerte familiengeführte Bäckereiunternehmen betreibt eigene Cafés sowie Geschäfte und beliefert unter anderem externe Cafés, Lebensmitteleinzelhändler, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen.

Die aktuelle Situation des Betriebs ist das Ergebnis eines anhaltenden und branchenweit spürbaren Kostendrucks. Gestiegene Personal-, Energie- und Rohstoffkosten belasten die Kalkulation erheblich und lassen sich nur begrenzt an Kunden und Partner weitergeben. Verschärft wird die Lage durch eine veränderte Kauflaune der Verbraucher: Wirtschaftliche Unsicherheit und hohe Lebenshaltungskosten führen dazu, dass viele Menschen bewusster auf den Preis achten und häufiger auf Tiefkühlprodukte, Discounterware oder andere günstigere Alternativen ausweichen.

Um diesen Herausforderungen entgegenzuwirken, hatte die Geschäftsführung bereits frühzeitig außergerichtliche Maßnahmen eingeleitet. Als sich jedoch abzeichnete, dass diese allein nicht ausreichen würden, um den wachsenden Liquiditätsdruck nachhaltig zu bewältigen, fiel die Entscheidung, die Möglichkeiten eines geordneten Sanierungsverfahrens zu nutzen. Die Geschäftsführung stellte am 19. November 2025 einen Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung.


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